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Powerline

Powerline - Breitband aus der Steckdose

Die Breitband-Technologie Powerline ermöglicht dem Nutzer einen Internet-Zugang über die Steckdose. Bei Powerline stellt der Anbieter vorwiegend ein Energie-Unternehmen eine Verbindung zwischen einem Internet-Backbone und Endkunden über das Strometz her. Einer der größten Vorteile von Powerline ist, dass diese ständig online sind und die Abrechnung nach verbrauchten Datenvolumen und nicht nach Zeit erfolgt.

In Deutschland ist Powerline so gut wie unbekannt und steht bislang nur in fünf Städten zur Verfügung. Die Gründe für die geringe Verbreitung und Unbekanntheit liegen im technischen Bereich, weil ein Stromnetz erst entsprechend aufgerüstet werden muss und für die Datenübertragung eine hohe Megahertz-Frequenz benötigt während das Stromnetz mit 50 Hertz läuft. Die Aufrüstung des Stromnetzes zu Sendeantennen hat aber zur Folge, dass deren Signale andere Funkdienste wie von der Polizei, Feuerwehr oder Amateur-Funkern stören. Die Bandbreite von Powerline liegt aktuell bei 2 Megabit pro Sekunde.

Aufgrund dieser Funksignal-Störungsproblematik entschied der Bundesrat im Jahre 2001 dass Powerline keine Funkdienste stören darf. Dementsprechen führte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation & Post (RegTP) noch im gleichen Jahr sehr strenge Grenzwerte ein, die als Nutzungsbestimmung 30 (NB 30) bekannt aber aufgrund ihrer zu starken Strenge von der EU bald wieder gekippt wurde und Nachbesserungen fordert und seitdem gilt die Rechtslage als schwebend.

Die vier großen Energiekonzerne E.ON, RWE, EnBW und MVV begannen im Jahre 2000 optimistisch mit dem Aufbau von Powerline-Angeboten und rüsteten ihre Stromnetze in einigen Städten als Pilotprojekte entsprechend auf. So startete die Avacon AG, eine Tochterfirma von E.ON in der Stadt Helmstedt ein Pilotprojekt, dass aber schon nach kurzer Zeit im Dezember 2001 aufgegeben wurde. Nach Angaben von E.ON waren die von der RegTP vorgeschriebenen Grenzwerte zu gering wodurch die Entwicklung einer technisch einwandfreien Powerline-Lösung zwei Jahre in Anspruch genommen hätte.

Neben E.ON, RWE und EnBW hatte auch das Mannheimer Energie-Unternehmen MVV Energie unter den Namen Vype in seiner Heimatstadt einen Internet-Zugang aus der Steckdose eingeführt. Das Unternehmen konnte 85.000 Haushalte an das Powerline-Netz anschließen aber aufgrund einer zu geringen Resonanz, nur 4.500 Kunden konnten für die Technologie gewonnen werden, wurde das Powerline-Geschäft im Jahre 2004 an die Tochterfirma Power Plus Communications AG (PPC) übertragen. Trotz dieser eher schlechten Zahlen gilt MVV Energie weltweit als Pionier in Bezug auf Powerline.

Die Tochterfirma PPC ist der einzige deutsche Anbieter, welcher Powerline-Komplettlösungen, die Netzplanung, Lieferung und Feldtests und entsprechende Billing-Systeme (Abrechnungssysteme) anbietet und diese an die Energieversorger vermarktet. Bislang nutzen die Stadtwerke Hameln, Haßfurt und Dresden die Powerline-Lösungen zum testen. Sobald die Testphasen beendet sind, wollen die genannten Stadtwerke ihre Powerline-Angebote entsprechend an Privat-, und Geschäftskunden vermarkten aber bislang sind keine genauen Termine bekannt.


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