InternetTelefonie
Internet-Telefonie - Voice over IP
Als Internet-Telefonie werden Telefonate über das Netz bezeichnet und ist auch unter den Namen Voice over IP, VoIP und IP-Telefonie bekannt. Gegenüber der normalen Festnetz-Telefonie erfolgt die Übertragung der Sprachinformationen über ein Internet-Protokoll, bei dem die Sprache in aufgeteilten Datenpaketen gesendet werden. Damit man bei der Internet-Telefonie auch ins normale Festnetz telefonieren kann, kommen sogenannte Gateways also Vermittlungsrechner zum Einsatz.
Im Jahre 1995 entwickelte das israelische Unternehmen Vocaltec ein erstes Programm mit dem Internet-Telefonie umgesetzt werden konnte. Allerdings war die Sprachqualität sehr schlecht und die Gesprächsteilnehmer konnten nur abwechselnd also nicht zeitgleich miteinander sprechen. Auch war nur eine Kommunikation zwischen zwei Computern möglich, welche außerdem dieselbe Software haben mussten.
Funktionsweise
Der zentrale Kern der Internet-Telefonie ist das SIP-Protokoll (Session Initiation Protocol), welches die Aufgabe hat, die virtuellen Kommunikationssitzungen zwischen zwei Gesprächsteilnehmern zu vermitteln. Wenn ein Nutzer per VoIP telefoniert erhält er von seinem Provider eine SIP-ID (z.B. 2397485 bzw. 2397485@voip-provider.de), die sowohl eine Verbindung zu einem anderen VoIP-Teilnehmer sondern auch ins Festnetz aufbauen kann. Die SIP-ID ist auch Bestandteil einer Telefon-Nummer wie zum Beispiel 02721-2397485 über die man ebenfalls per Festnetz erreichbar ist. Damit die Internet-Telefonie möglich ist, wird ein schneller Anschluss vorwiegend ISDN oder DSL benötigt womit die Sprachqualität aufgrund der hohen Bandbreite sehr gut ist, allerdings nur dann wenn nicht gleichzeitig etwas anderes wie zum Beispiel Downloads gemacht werden.
Sollten zwei VoIP-Teilnehmer beim gleichen Provider sein, wird die Vermittlung ohne Vorwahl getätigt, weil sich die VoIP-Geräte (z.B. VoIP-Telefon oder Software) während der Einwahl ins Netz beim Anbieter mit der eigenen SIP-ID anmelden und dabei die IP-Adresse ebenfalls übermitteln. Wenn einer der Gesprächsteilnehmer keinen Internet-Zugang haben sollte, leitet der Provider den Anruf per Gateway ins Festnetz, damit ein Telefonat möglich ist. Im umgekehrten Sinne kann ein VoIP-Nutzer eine Festnetz-Rufnummer wählen und somit auch Kontakt zu solchen Personen aufnehmen, die nicht Voice over IP nutzen. Weil der VoIP-Nutzer eine virtuelle Festnetz-Nummer hat, ist er weltweit mit der gleichen Rufnummer erreichbar aber nur solange ein Internet-Zugang zur Verfügung steht.
Die Kosten der Internet-Telefonie liegen in Deutschland bei wenigen Euro pro Monat und Telefonate unter zwei VoIP-Nutzern sind bei fast allen Providern gratis. Mittlerweile bieten einige VoIP-Provider auch VoIP-Flatrates an, bei der man für eine monatliche Gebühr bundesweit kostenlos telefonieren kann. Wird ins Ausland telefoniert, fallen nur wenige Cent pro Minute an während Telefonate zwischen zwei VoIP-Nutzern kostenlos sind.
In Deutschland haben die großen Provider wie Sipgate, 1&1 und Freenet ihre Netze zusammengeschaltet damit deren Kunden untereinander kostenlos telefonieren können, was die Internet-Telefonie besonders für Vieltelefonierer attraktiv macht. Nach aktuellen Stand gibt es in Deutschland derzeit rund 840.000 Personen die über das Internet telefonieren. Nach der aktuellen Studie „Deutschland Online 2“ soll sich diese Zahl bis zum Jahre 2007 auf 1,8 Millionen mehr als verdoppeln.
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